Radtour Nordhorn
30. April bis 04. Mai 2003
Mit Schirm, Charme, aber ohne Fahrräder ging es am Mittwoch zunächst „per pedes“ an den Vechtsee, wo wir in der „Sansibar“ mit einem leckeren Begrüßungs-Cocktail empfangen wurden. Ob mit oder ohne Alkohol, die Stimmung war sofort heiter bis albern.
Der Donnerstag sah wettermäßig eigentlich gar nicht so hässlich aus; Sonne und Wolken im Wechsel, aber der Wind (natürlich Gegenwind) machte uns anfangs ganz schön zu schaffen. Doch mit einem lohnenden Ziel vor Augen strampelt es sich eben viel leichter und so trafen wir bei strahlendem Sonnenschein pünktlich um 11.30 Uhr an der Felsenburg „Bad Bentheim“ ein. Nach einer einstündigen kleinen Führung durch das Schloss waren wir dann zu einem „Burgtrunk“ im schnuckeligen Schlosscafe eingeladen. Das Essen war reichlich und gut, die hausgemachten Rhabarber- und Apfelkuchen köstlich und so machten wir uns mit vollen Bäuchen auf den Rückweg. Fast wäre es auch gut gegangen, aber nach einer kurzen „Eiscreme-Pause“ zwang uns der Platzregen dann doch noch zur „Vermummung“, was bei Anne und Hans fast bis zur Unkenntlichkeit führte. Aber schon nach einer halben Stunde kam wieder die Sonne raus, so dass wir fast trocken im Hotel ankamen. Und am Hotel „Am Stadtring“ gab es wirklich nichts zu meckern. Zimmer gut, Bar mit großer Theke, schöner überschaubarer Esstisch, hervorragendes Frühstücksbuffet und Viergang-Menü am Abend sowie freundliches Personal zeichnen dieses Haus aus.
Ein freundlicher Freitag hob die Stimmung schon am frühen Morgen und so überquerten wir bei herrlichem Sonnenschein die „grüne Grenze“ in die Niederlande.
Unser Ziel heute war die Sternwarte „Cosmos“ bei Lattrop. „Vom Mittelalter ins Weltall“ hieß unser hochinteressanter Dia-Vortrag; im Planetarium konnten wir den Sternenhimmel und später durch das Teleskop die Sonnenflecken bewundern. „Wenn man bedenkt, dass unsere Erde mehrere Hundert Milliarden Jahre alt ist, dann ist die Vorstellung erschreckend, dass „schon“ in 800 Millionen Jahren wegen der Gluthitze kein Leben auf der Erde mehr möglich sein wird“. Weiter ging's jetzt durch das Naturschutzgebiet „Springendahl“ in das romantische Städtchen Ootmarsum. Es gab eine Hochzeit zu sehen und für den Magen die leckeren holländischen Pfannkuchen in allen Variationen. Bei sommerlichen Temperaturen „traten“ wir den Rückweg an, bewunderten die Schlossanlage „Landgut Singraven“ und hatten viel Spaß beim „Fototermin“ vor der Mühle mit den drei Mühlrädern. Gleich mehrere unserer „Fotografen“ sortierten die Gruppe: „Rumdrehn (Personenwechsel), Rumdrehn (wieder Wechsel), Rumdrehn usw.
Und weil es so viel Spaß machte, wurde natürlich immer weiter „rumgedreht“! Nach einer weiteren Einkehr schmeckte auch im Hotel noch ein (nicht letztes) Bierchen.
Am Samstag wurden wir schon mit Sturm und Regen geweckt, und so kam beim Frühstück die Diskussion auf: „Was machen wir heute“? Diktatorisch, aber einstimmig wurde dann beschlossen mit den Pkws nach Enschede/Holland zu fahren.
Hier gibt es jeden Samstag einen großen Markt, aber uns reizten natürlich die „frischen Matjes“. Leider gab es auch hier keinen „Corenwyn“. Schade! Gegen Mittag wurde das Wetter endlich besser, und so war diesmal die einhellige Meinung, lieber Rad fahren, als in der Stadt herumlaufen. So ging es über die „Grafschafter Fietsenroute“ nach Veldhaus. Im „Mühlenpark“ folgte ein kurzer Rundgang mit Erklärungen zur „Holländer Galerie-Windmühle“ aus dem Jahre 1789 und zum Müllerhaus mit offener Feuerstelle und altertümlichen Werkzeugen und Geräten. Anschließend ging's weiter nach Neuenhaus und wieder zurück nach Nordhorn. Immerhin sind wir an diesem Nachmittag noch 35 Kilometer gefahren - und das immer gegen den Wind!
Am Sonntag war Badewetter. Entsprechend „leicht bekleidet“ ging's zunächst etwas langweilig immer am Süd-Nord-Kanal entlang in Richtung Wietmarsches Moor. Selbst Reinhold strippte unterwegs und zeigte - ich zitiere Helga - „seine frisch gekalkten Beine“. Nach zwei Stunden auf dem „Moorhof Dues“ angekommen gab's auch hier erst mal ein/zwei echt gute Kräuterschnäpse zur Begrüßung. Es folgte eine außergewöhnliche Rundfahrt mit der Torfbahn. Außergewöhnlich, weil nämlich die Lautsprecheranlage kaputt war und so der „Lokführer“ während der Fahrt des öfteren neben seiner Bahn herlief und wieder auf die einzelnen Wagen aufsprang, um sein „Erklär-Pensum“ an den Mann/die Frau zu bringen. Lustig war's, aber auch sehr lehrreich. Dann ging's zum Torfstechen. Verstanden habe ich zwar nicht viel, aber der Blick über die urwüchsige Moorlandschaft im herrlichsten Sonnenschein wird - glaube ich - allen in Erinnerung bleiben. Anschließend waren wir zu einer selten gewordene Spezialität „Buchweizenpfannkuchen mit Apfelmus und Blaubeeren, Schwarzbrot mit Käse, gekochtes Ei und Salat“ eingeladen. Zugegeben, ein ganz neues Geschmackserlebnis! Kommentare: „Schmeckt nicht schlecht, aber bestellen würde ich es nicht“! Und was das gekochte Ei betrifft, so wusste niemand so richtig, wann und wozu es gegessen werden sollte. Nach dem Essen folgte dann die „Touristen-Attraktion“, nämlich die Verleihung des „Torfstecher-Diploms“. Kommentar von Hein „Domit jon ich morge nom Arbetsamt un melde mich arbetsloss!“. Ob er damit aber durchkommt? Natürlich konnten wir auf Rückweg auch das kleine stilvolle „Stiftscafe“ in Wietmarschen nicht links liegen lassen. Der Kuchen hier übertraf alles bis dahin „Vernaschte“. Nach 52 Kilometern ging auch dieser letzte herrliche Radtag zu Ende.
Fazit: Rundum gelungene Radtour: keine Reifen- oder sonstigen Pannen, keine Verletzungen, die Stimmung nahtlos bestens, keiner hat „schlapp gemacht“, und Helga und Reinhold waren unübertroffene Reise- und Fahrtenleiter. Danke Euch Beiden für diese - wieder einmal - einmalig schönen Tage.
Ich war Gott sei Dank dabei!
Hanny Visang

