Familienwandertag: Frühlingserwachen auf der Straußenfarm
Mit Kind und Kegel, Groß und Klein, Oma und Opa auch dabei ...
... so ging es am Samstag, dem 10. Mai 2003, den Rhein aufwärts nach Remagen zur Straußenfarm auf den Gemarkenhof.
Begrüßt wurden wir zunächst von einer Schar freilaufender Hühner und deren „Oberaufsicht“ - einem stolzen Hahn. Einige Gänse meldeten sich auch zu Wort, bevor wir im Innenhof von einem Bergziegen-Gemeckere empfangen wurden.
Ab 11.00 Uhr führte uns Herr Schumacher über die rund 200.000 qm große Farm.
45 Zuchttiere - allen voran das Zuchttrio Caesar, Kleopatra und Nofretete - teilen sich die Arbeit des Eierlegens. Ein Strauß hat immer eine Hauptfrau und eine Geliebt - so erfuhren wir. Nur die Hauptfrau legt ihre Eier ins Nest, die Geliebte darf diese nur am Rand des Nestes ablegen, der Strauß brühtet die Eier dann in sieben Wochen höchstpersönlich aus. Zumindest im Normalfall! Auf dieser Farm allerdings werden die Eier eingesammelt und im Brutkasten ausgebrütet; der Nachwuchs wird dann in der „Säuglingsstation“ versorgt. Die größte Gefahr für die Jungtiere ist Wasser - sprich Regen. Diese „Zweizeher“, die irrtümlich zoologisch zu den Vögel zählen, verfügen über keinen natürlichen Wetterschutz wie z.B. Hühner, Enten oder Gänse. Trotzdem können diese Tiere Sommer wie Winter im Freien leben, wobei auf den Weiden ein entsprechender Wetterschutz vorhanden ist. Bei schlechter Witterung werden die Tiere dort hineingeführt. Ansonsten sind es sehr eigentümliche, aber auch faszinierende Tiere. Allesfresser obendrein.
So erfuhren wir, dass sie früher hauptsächlich ihres Mageninhaltes wegen gejagt wurden. Eigentümlicher Weise fressen diese Tiere auch Steine - hier vor allem alles was glitzert und blinkt - auch Edelsteine. Neugierig sind sie auch, obwohl sie nicht gut sehen können, aber - wie schon erwähnt - alles was glitzert zieht sie an. Die Straußenfarmen in Afrika dienen heute hauptsächlich der Ledergewinnung. Straußenleder gilt als besonders wertvolles und feines Leder. Charakteristisch am Straußenleder sind die sogenannten Noppen, die Stellen, an denen die Federn aus dem Leder hervorgetreten sind. Das anfallende Fleisch ist nur ein Nebenprodukt, welches wir in Europa relativ günstig erwerben können. Aber auch hier gilt Qualität vor Quantität.
Im Hofladen der Farm können immer wieder frisches Fleisch und Wurstwaren gekauft werden - zu einem entsprechenden Preis, versteht sich.
Über die Qualität der Fleisch- und Wurstwaren konnten wir uns im Anschluss an die Führung selbst überzeugen.
Zuvor kam aber der Höhepunkt für unsere Kinder: Sie durften ein richtiges Ei in die Hände nehmen und sogar ein gerade geschlüpftes Kleines streicheln. Streicheleinheiten verteilten sie nachher noch ausgiebig im Streichelzoo.
Da wir uns doch länger als geplant in dieser Idylle aufgehalten haben und wir an der Fähre einige Minuten warten mussten, fiel der geplante Spielnachmittag auf der Erpeler Ley etwas kurz aus. Für die Erwachsenen reichte es allerdings noch für Kaffee und Kuchen, bevor wir um 16.00 Uhr wieder am Clubhaus eintrafen. Hier durfte dann doch noch getobt werden. Es war ein sehr gelungener und informativer Tag vor allem auch für unsere Kinder.
Für nächstes Jahr plant Paul einen Ausflug nach Bergisch Gladbach zur Papiermühle „Alte Dombach“. Hier darf/kann Papier selbst geschöpft werden.
Anita Schug

