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Long is the way to Tipperary ...

... oder Bootsfahren auf dem Shannon

Wir wollten eigentlich schon immer mal eine Bootstour mit einem Kabinenkreuzer machen, dachten dann aber eher an Frankreich. Und so kam das Angebot unseres Sportwarts Paul Banischewski gerade recht: macht doch mit, Bootsferien in Irland, das ist doch toll. Denn sonst hatte sich keiner vom Skiclub gemeldet.

Am 31.05.2003 starteten wir dann zu viert mit Rynair Richtung Shannon und übernahmen unser 31 Fuß Boot in Williamstown Harbour am Lough Derg, einem der riesigen Seen (Irlands „Pleasure Lake“), zu denen sich der Fluss immer wieder ausweitet. Am nächsten regnerischen Morgen ging die Fahrt los Richtung Terryglass, Grafschaft Tipperary, also endlich Tipperary. Und schön war das erste Ziel, der Hafen, eine uralte Klosterruine, ein romantisch verschlafener Ort und natürlich der Pub.

Sieben Tage fuhren wir mit unserem geräumigen Boot den Shannon-Erne-Waterway entlang, etwa 200 km. Und wir sahen recht viel von Irland. Die naturbelassene grandiose Flusslandschaft mit ihren Schilfgürteln und den vielen Wasservögeln, eine weitläufige grüne hügelige Landschaft, kleine verträumte Orte und die Ursprünge irischer Kultur in Clonmacnoise, eine oberhalb des Shannon liegende Mönchssiedlung, die 548 von Ciarán gegründet wurde und wo 1198 Rory O'Connor, der letzte High King Irlands beerdigt wurde.

Für die sieben Tage an Bord war es von Vorteil, Bootserfahrung zu besitzen - Paul hatte davon übrigens ziemlich viel - denn das Navigieren auf den großen Seen, die Schleusenfahrten und das Anlegen in den diversen Marinas war oft nicht einfach, vor allem unter Berücksichtigung des üblichen irischen Wetters, das allerdings zwischen den Schauern durchaus sonnig sein konnte. Nur die Schauer zogen sich schon mal ziemlich in die Länge. Aber das hat unsere Stimmung nie getrübt. Denn es gab hierfür interessante Entschädigungen, beispielsweise den Early Afternoon Tea am Kamin des Old Fort in Shannonbridge.

Außerdem verwöhnten uns Sigrid und Heidrun mit üppigen Menus an Bord, selbst herrliche irische Austern hatten wir aufgetrieben. Und abends ging es in die Pubs. Eine unglaubliche Einrichtung, die selbst Kneipen gewohnte Rheinländer in schieres Staunen versetzt. Jeder Miniort besitzt mehrere dieser urigen Pubs, die meist Life-Musik anbieten und bei ausgelassener Stimmung trinken die Iren bis weit nach Mitternacht, und das offenbar jeden Tag, einen Pint Guiness nach dem anderen. Diesem schönen Brauch hatten wir uns natürlich angeschlossen, was die Tour erst richtig anstrengend machte. Kontakte mit Einheimischen stellen sich dabei automatisch ein.

Als wir nach einer Woche unser Boot wieder im Hafen der Shannon Castle Line festmachten, war uns klar, eine außergewöhnliche Woche in einem ungewöhnlichen Land mit sehr sympathischen Bewohnern verbracht zu haben.

Horst Gebauer

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