Familien-Skitour 19.-26.03.2005 nach Matrei in Osttirol
(Aus der Sicht der Fahrtenleitung)
Im Vorfeld unserer Tourplanung wurden öfters Stimmen laut „... warum fahrt ihr nicht mal in den Ferien?“. Diesen Ruf unserer Mitglieder wollten wir von Vorstandsseite aus Rechnung tragen. Da in 2005 die Osterferien sehr früh lagen und die Vergangenheit gezeigt hatte, dass der richtige Schnee immer erst sehr spät fällt, stand der weiteren Planung nichts im Wege. Der Schnee kam auch spät und reichlich - nur unsere ferienabhängigen Mitglieder blieben aus. Dafür winkten bereits im Vorfeld alte und lieb gewonnene Stammgäste beim Thema Osterferien dankend ab. Nun war Holland in Not. Um dennoch eine günstige Pauschalreise anbieten zu können, warb ich im Rundblick und siehe da, das Interesse war vorhanden und sieben Gäste fuhren am 19.03. mit uns nach Osttirol. Da ich aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht hatte, war zwischenzeitlich unser Zimmerkontingent im mir bisher unbekannten, gebuchten Hotel Goldried aufgebraucht und im - mir ebenfalls unbekannten - Hotel Outside Zimmer nachgebucht worden. Diese Tatsache führte später zu erheblichen Diskussionen, die Einen wollten Geld zurück, weil sie im - ihrer Meinung nach - minderwertigen Goldried untergebracht waren, die anderen verlangten Geld, weil sie nicht bei der gesamten Gruppe untergebracht waren (Fahrtenleiter: eine interessante Tätigkeit!).
Auch in diesem Jahr fanden die Teilnehmer auf Ihren Plätzen - von mir und meinem Mann besorgte und liebvoll gepackte - Päckchen mit Informationen und einigen Erfrischungen vor. Für die teilnehmenden Kinder hatte ich noch VIP-Bändchen und CD's besorgt. So ausgestattet ging es in das uns allen unbekannte Osttirol. Ein kleines südwestlich gelegenes österreichisches Bundesland an der Alpensüdseite mit der niedlichen Hauptstadt Lienz.
Da wir nicht alleine unterwegs waren (dank Osterferien), dauerte die Busfahrt - die sich zwei Fahrer teilten - fast 12 Stunden. Es war bereits dunkel als wir ankamen und so blieb zunächst die Enttäuschung „hier gibt es ja keinen Schnee“. Nachdem alle ein warmes Abendessen zu sich genommen, von mir die Skipässe erhalten, die großzügigen Zimmer bezogen und ein Entspannungsbier in der Pianobar genossen hatten, sah die Welt schon ein bisschen besser aus. Ich selbst „wuselte“ von Anfang an durch das Hotel: Skipässe besorgen, Infos einholen bezüglich Schnee, Infos einholen bezüglich Kinderskischule, Infos einholen über ggf. fällige Alternativen und der Gleichen mehr (Fahrtenleiter: eine interessante Tätigkeit!).
Nicht nur bei uns hatte innerhalb weniger Tage der Frühling massiv Einzug gehalten, auch in den Alpen war die Temperaturschraube von 10 Grad minus auf 10 Grad plus gestiegen. Dies hatte zur Folge, dass die 12 km lange Talabfahrt bis direkt vor das Hotel Goldried leider seit zwei Tagen geschlossen war, ebenfalls geschlossen war der vom Hotel abgehende Sessellift. Dies bedeutete für uns, ab in den Skibus. Keine fünf Minuten und wir waren an der Talstation der Goldriedgondelbahn. Für mich einfach super; konnte man doch ebenerdig in die Bahn einsteigen und ebenso am Berg wieder aussteigen. Keine langen Treppenaufgänge und Wandelhallen; toll. Oben angekommen erwartete uns das übliche „Wintersport-Leben“. Skischulen links, Skikindergarten rechts, Liegestühle in der Mitte. Die Vielfalt des Berglebens eben. Obwohl auch ich mich in diesem Gebiet nicht auskannte, folgten alle meiner Spur. Und sieht da, wir fanden gute und anspruchsvolle Pisten. Hätte die Sonne nicht so gewütet und einigen Pisten den Schnee geraubt, uns hätte sich ein noch schöneres und vielfältigeres Skigebiet geboten. Wir waren dennoch zufrieden, vor allem weil die „Kölsche Nase“ wieder den richtigen Riecher für eine urige Hütte hatte. Am Nachmittag traf man sich in der Apres-Hütte oder in der Pianobar. Danach wurde ich mit vielfältigen Vorschlägen und Ratschlägen versorgt, wer mit wem gesprochen habe und wo der beste Schnee noch zu finden sei (Fahrtenleiter: eine interessante Tätigkeit!). Dennoch ging es am Montag nochmals ins sonnige Skigebiet Goldried.
Dienstag bis Donnerstag war „Safari-Time“ angesagt. Zunächst ging es nach St. Jacob im Defreggental. Hier war bereits ein bisschen mehr Betrieb als im Familienskigebiet Goldried, dennoch kamen wir bei guten Schneeverhältnissen voll auf unsere Kosten, auch die „Kölsche Nase“ hatte wieder den richtigen Riecher.
Mittwoch dann Sillian im Hochpustertal. Obwohl dieser Ort bereits auf 1.100 Metern Höhe lag, zeugte nur das weiße Band der Talabfahrt davon, dass sich hier ein großes Skigebiet befindet. Leider hatte es in der Nacht - dank eines Wolken verhangenen Himmels - nicht gefroren und so war der Schnee bereits sehr weich. Dennoch ließ sich die Talabfahrt - bis auf eine kleine Zwischenstelle - super befahren, ebenfalls super und anspruchsvoll waren die übrigen - noch offenen - Pisten.
Zur Belohnung lud der Skiclub im Anschluss zu einem Fässchen Kölsch ein. Ich steuerte noch zwei Flaschen Sekt für die Damen dazu und mit „Kölle du ming Stadt am Ring“ ging es zurück nach Matrei.
Um 20.00 Uhr hatte das Hotel zu einer Fackelwanderung
geladen. Ausgerüstet mit Laternen und echten Fackeln war diese
rund einstündige Wanderung gerade für die Kinder eine
spannende Sache, vor allem als nach und nach einige Fackeln
ihr Leben aushauchten und es durch ein Stück dunklen Wald
ging.
Donnerstag nochmals St. Jacob!! Da einige unserer Teilnehmer die Skischule in Goldried besuchten, konnten Sie beim Apres-Ski am Bus in Sillian nicht dabei sein. Deshalb wurde das zweite Fässchen - und einige Piccolos von Hans - an diesem Nachmittag im Garten des Hotels Goldried geleert. Da das Fässchen nicht ganz ordnungsgemäß angeschlagen wurde, fluppte der Hahn beim Anzapfen hinaus und ich unterzog mich einer Bierdusche (Fahrtenleiter: eine interessante Tätigkeit!).
Freitag war Alternativtag. Wie von mir vorausgesagt, hatte das Wetter umgeschlagen und es fing an zu regnen. Dennoch machten sich die meisten auf den Weg ins Skigebiet. Die anderen vertrieben sich den Tag mit Lesen und Schlafen oder besuchten die schöne große Dorfkirche und statteten dem Nationalparkhaus einen Besuch ab. Um 17.00 Uhr hieß es dann Skier verladen. Denn am Samstag wollte ich spätestens um 6.00 Uhr los. Dies klappte zwar nicht ganz, aber ... (Fahrtenleiter: eine interessante Tätigkeit!). Unser Busfahrer Hermann wurde in Camberg wieder von Peter abgelöst, der uns auch auf der Hinreise das erste Stück der Strecke gefahren hatte. Beiden an dieser Stelle ein großes Dankeschön für die gute und sichere Fahrt sowie die liebevolle Betreuung vor Ort. Ich selbst möchte mich auch besonders bei Silvia bedanken, die meine Arbeit und meinen Einsatz stets in besonderer Weise schätzt.
Vielen Dank (Fahrtenleiter: eine interessante Fulltime-Tätigkeit! ... und wer will, kann ihn gerne einmal übernehmen)!
Anita
