Trippeltour nach Wuppertal
24. April 2005
Wer hätte nicht schon einmal den Wunsch gehabt, mit der Wuppertaler Schwebebahn zu fahren und dabei ein wenig u.a. über die Wupper zu schweben?! Paul, unserem Sportwart, kam ebenfalls dieser Gedanke, und er bot die Trippeltour nach Wuppertal für Sonntag, den 24. April 2005, an. Der Zuspruch bei Groß und Klein war enorm, und so konnte die Busreise mit 50 frohgelaunten Personen pünktlich um 9.00 Uhr bei schönem Wetter beginnen.
In Wuppertal-Oberbarmen angekommen, bestiegen wir für wenige
Stationen die Schwebebahn, um zu unserem ersten Ziel zu
kommen, nämlich dem Museum für Frühindustrialisierung im
historischen Zentrum der Stadt. 1989 entstand dieses Museum in
einer ehemaligen zweigeschossigen Remise und zeigt, wie sich
im ausgehenden 18. Jahrhundert Wuppertal aus der
Garnbleicherei, der Spinnerei, der Färberei und der Weberei
eine Textilindustrie entwickelte, die bis zum Ende des
19. Jahrhunderts eine führende Rolle in Deutschland inne
hatte. Für unsere Kindergruppe arrangierte das Museum eine
Extra-Führung und uns Erwachsenen erklärte eine Historikerin
die Geschichte der Frühindustrialisierung. Sie führte uns
durch die Räume, die mit Dampfmaschinen, Webstühlen,
Spinnmaschinen, den ersten Stechuhren usw. gefüllt waren. An
den Wänden hingen Fotos von Menschen, die mit diesen Maschinen
arbeiteten. Viele Kinder mussten in dieser Zeit arbeiten, um
für die Familie Geld dazuzuverdienen. Besonders eindrucksvoll
war für mich ein kleiner Raum, in dem die damaligen
Arbeitsbedingungen simuliert wurden: Fotos wurden an die Wände
projiziert, der Fußboden vibrierte, der Lärmpegel stieg an,
fast unerträglich ...
Um das Bild der Frühindustrialisierung abzurunden, besuchten wir anschließend an das Museum noch die ehemalige Villa des Fabrikanten Engels, dem Elternhaus von Friedrich Engels, in dem er 1820 geboren wurde. In diesem Haus konnten wir u.a. auch Mobilar aus dieser Zeit bewundern.
Bildung macht hungrig und durstig. Gott sei Dank war ein
Brauhaus (umgebaute Badeanstalt aus dem 19. Jahrhundert) nicht
weit entfernt, zu Fuß war es schnell erreicht. Nachdem sich
alle gestärkt hatten, bestiegen wir wieder die Wuppertaler
Schwebebahn und fuhren mit ihr bis zur Endstation Vohwinkel
(Gesamtstrecke 13,3 km).
Hier wartete schon der Reisebus auf uns, um uns zu einem neuen
Höhepunkt zu fahren, nämlich der Müngstener
Eisenbahnbrücke. Diese filigrane Eisenkonstruktion aus dem
19. Jahrhundert überspannt das Wupper-Tal in großer Höhe und
verbindet Solingen mit Remscheid. Während wir unseren Kopf in
den Nacken legten, um die Brücke genauer ansehen zu können,
fuhr - wie von Paul bestellt - gerade ein Zug mit grollendem
Donnergeräusch über die Brücke!
Der Besuch des Schlosses Burg an der Wupper war die letzte
Station des gelungenen Ausfluges. Der Reisebus brachte uns
mühelos an den Fuß der Anhöhe, auf die das Schloss gebaut
worden war. Ein kurzer, steiler Spaziergang führte hinauf. Am
Schloss angekommen, hatten wir die Wahl es zu besichtigen oder
- wie ich z.B. und natürlich auch andere - den Nachmittag auf
der Schlossterrasse bei bergischen Waffeln mit Milchreis,
Kirschen und Kaffee ausklingen zu lassen.
Gegen 17.00 Uhr holte der Reisebus uns ab und brachte - unter dem gemeinsamen Gesang des Bergischen Heimatliedes - alle wohlbehalten nach Sieglar zurück. Angekommen ergriff Karim, eines unserer Kinder, er hatte auch während der Fahrt Besonderheiten der Sehenswürdigkeiten vorgelesen, das Mikrofon und bedankte sich bei Paul und dem Fahrer „mit einem dicken Applaus“! Er sprach uns allen aus der Seele.
Heidrun Gebauer

