Segeln bei Neapel II
04. bis 11. Juni 2005
Vedi Napoli poi muori - dieser Ausruf von Lazzaroni, nämlich Neapel sehen und dann sterben wegen der kaum vorstellbaren Schönheit der Region hat zwar heute durch die Comorra eine neue Interpretation erfahren aber wir: Anne, Brigitte, Heidrun, Paul, Klaus, Detlef und Horst genossen eine Woche lang das Tyrrhenische Meer von seiner besten Seite.
Am Nachmittag des 04.06.05 übernahmen wir unsere Yacht Sun Odyssey 40 im Hafen Santa Lucia (welch ein Name!), einem privaten Stadthafen im Zentrum von Neapel, romantisch gelegen neben dem Castell dell'Ovo.
Am nächsten Morgen nahmen wir noch Henny, Veronika und Hans, die für ein Wochenende angereist waren, an Bord, die auch mal Seeluft schnuppern wollten. Und dann hieß es Segel setzen, um unser erstes Ziel Sorrent zu erreichen. Paul als erfahrener Skipper hatte für jedes Problem eine Lösung und bemühte sich auch den weniger Erfahrenen das Yachtsegeln nahe zu bringen, während Klaus für die Verpflegung zuständig war. Der Wind war günstig und die gesamte Mannschaft musste ans Ruder, denn den Kurs halten, das will gelernt sein. In Sorrent gingen unsere Passagiere von Bord und wir besichtigten den Ort.
Unser nächstes Ziel war Amalfi. Mit unserer Yacht fuhren wir die gesamte Amalfiküste entlang und waren überwältigt von der Schönheit der Landschaft. Auch die Stadt lohnte wirklich einen Besuch.
Das nächste Ziel war dann Capri. Auf dem Wege lagen zunächst die kleinen Felseneilande Li Galli, vor deren Gefahr schon Homer gewarnt hatte wegen des Gesangs der Sirenen, die Odysseus ins Verderben stürzen wollten. Aber unsere Männer hatten Mut, wir hielten an und ankerten, gingen von Bord, um in dem herrlich klaren Wasser zu schwimmen. Als sich Capri näherte, stimmten wir das Lied der Caprifischer an, obwohl solche weit und breit nicht zu entdecken waren. In der Marina Grande bekamen wir trotz gigantischer Liegegebühren nur einen schlechten Liegeplatz an der Hafeneinfahrt zum offenen Meer. Hier schaukelten uns zunächst die Wellen der vorbeifahrenden Fähren, und nachts wurde wegen Gewitter und Sturm die Situation höchst dramatisch.
Der Sturm hatte aber auch eine gute Seite, wir beschlossen am nächsten Tag nicht auszulaufen und stattdessen die Insel zu besichtigen. Auf Capri erwarteten uns weitere Höhepunkte, zunächst das von Klaus professionell zelebrierte Captains Dinner, zudem sich insbesondere unsere Damen in angemessen festliche Kleidung geschmissen hatten.
Und am nächsten Tag besuchten wir die Insel, deren landschaftliche Schönheit bestechend ist. Das es hier mondän zugeht, war an den vielen Designerläden des Ortes, den gigantischen Yachten in unserem Hafen und den Preisen der Restaurants abzulesen. Bescheidener war dann schon der Luxus der Sanitäreinrichtungen der Marina, außergewöhnlich allerdings, dass Mama, die angebliche Reinigungskraft, Bastard hinter uns herrief, als wir kein Trinkgeld gaben.
Das nächste Ziel war Ischia. Der kleine Hafen von S. Angelo bo ein angemessenes Restaurant und einen kleinen netten Badestrand. Beides nutzten wir natürlich.
Am nächsten Tag machte sich schon leise Wehmut breit, denn wir steuerten in nordöstlicher Richtung gen Santa Lucia in Napoli, dem Ausgang- und Endpunkt unserer Reise. Nach einer Nacht an Bord konnten wir noch Neapel kennen lernen, einer Teils schönen, teils chaotischen Stadt. Heidrun fasste die Atmosphäre an Bord, die geprägt war durch lange Nächte an Deck oder in der Messe, Tanz und Gesang mit den Worten zusammen: so viel gelacht habe ich schon Jahre nicht mehr (verantwortlich hierfür waren überwiegend Anne und Detlef). Es ist nun einmal so, wer mit Paul segelt und dem Skiclub angehört, hat gut lachen.
Horst Gebauer
