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Radtour Ammerland

10. bis 14. Mai 2006

Bild 1 Post von Helga: Treffen dann und dann im Hotel Sonnenhof, Westerstede. Einige „Navis“ wollten zwar an einer Autobahnsperrung verweigern, aber sie wurden überlistet und so kamen alle an’s Ziel.Und wo traf man sich? Bei dem herrlichen Sonnenschein natürlich im Biergarten. Auspacken, duschen... alles schon Routine! Hotel okay, Küche hervorragend, Bedienung total nett!

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Donnerstag, 10.00 Uhr: Keine Wolke am Himmel, 27 Grad; und so ging’s in allerbester Stimmung mit dem Fremdenführer in Richtung Bad Zwischenahn. Jeder Rhododendron-Strauch musste genügend gewürdigt, alle Baumschulen – und eine reihte sich an die andere – ausgiebig bestaunt werden, so dass wir mehr gestanden haben als geradelt sind. Aber zugegeben, es war alles sehenswert und interessant, auch wenn ich von allen Vorträgen so gut wie nichts behalten habe.

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Ziel erreicht: Bad Zwischenahn, wo wir direkt am See unsere erste Rast einlegten, bevor wir zum ältesten Ammerländer Gasthaus „DER SPIEKER“ fuhren. Spezialität: Frischer geräucherter Aal und Löffeltrunk (böse Falle)! Denn: Einen Schnaps soll man vor dem Aal-Essen, einen in der Mitte und einen als Abschluss trinken. Ausnahmslos alle waren davon ausgegangen – und so hatte es sich auch dargestellt – dass der Schnaps – in Verbindung mit dem plattdeutschen Trinkspruch – zum Aal dazu gehörte und so haben ein paar auch gehorsam keinen verweigert. Ob später einigen von den vielen Aalen, dem vielen Schnaps oder der saftigen Rechnung schlecht war, ließ sich nicht mit Sicherheit feststellen. Schnell versöhnt waren wir nach der Besichtigung des uralten Bauernhofs, der schönen „Katharina-Kirche und später im Café mit Kuchen und Eis. Nach dem leckeren abendlichen Fischessen und dem abschliessenden „Virus“-Schnaps vom Haus klang der Abend aus – spät und lustig wie immer!

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Freitag, 9.00 Uhr: Wieder keine Wolke am Himmel, 25 Grad! Nach kurzer Strecke hatten wir den „Rhododendron-Waldpark“ erreicht. Für 5 Euro gab’s Rhododendron-Sträucher in allen Farben, Formen und Grössen zu sehen.

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Weiter: Zu schaffen machten uns immer wieder die holprigen Riemchen-Pflaster-Strassen. Dafür entschädigt wurden wir durch eine herrliche Landschaft, bestaunenswert schöne Häuser und Gärten. Unser Ziel: Das Moor- und Fehnmuseum, Elisabethfehn und das „Buchweizen-Pfannkuchen-Essen mit Sirup“. Lecker! Aber dann am Abend: Spargel-Buffet! Dieses Spargel-Buffet übertraf alles. Nicht nur der Spagel, die hervorragenden Fisch-, Schinken und Fleischbeilagen, auch die Suppe, das Salat- und das Dessert-Buffet ließ keine Wünsche offen. Einfach toll! Jeden Abend gab’s jetzt den „Virus“ zum Abschluss, und an diesem Abend Witze am laufenden Band!

Samstag, 10.00 Uhr: Sonne pur, aber etwas kühler. Erstes Ziel: Renates und Engelberts Freunde besuchen. Es war zwar kein Sekt-Empfang, aber bei Wasser und Bier saßen wir faul und zufrieden im Garten. Die zweite Station war der „Urwald“, genauer gesagt der „Urwald(gast)hof“ mit Biergarten in Zetel-Neuenburg. Hier wären wir gerne geblieben, aber wir hatten ja noch ein Ziel im Visier:

Bild 5 Das Schulmuseum! Natürlich stürmten wir gleich in die Schule, wurden aber sofort von einer frühzeitlichen Lehrerin (langer schwarzer Rock, weiße Bluse) zurückgepfiffen und mit erhobenem Rohrstöckchen angewiesen, uns ordentlich in einer Zweierreihe (Mädchen vorne, Jungen hinten) auf dem Schulhof aufzustellen. Hier bekam erst mal jeder (wie früher üblich) eine Schürze umgebunden und ein Namensschild umgehängt. Et Helga wor et Herta, et Renate et Hilda, et Rita et Gretchen, et Sigried et Meta, ich wor et Ida; dann jov et noch der Moritz, dat Robertchen, der Bruno un e so wigger. Paul (Albertchen ) wurde entsetzt angewiesen, sofort „das Ding da“ (Filmkamera) runter zu nehmen. Bild 6 Dann: „Ich bin Eure Lehrerin, Fräulein Schneider. Und damit Ihr es gleich wisst: Keiner geht während des Unterrichts auf die Toilette, das erledigen wir vor oder nach dem Unterricht. Die Toiletten sind hinten im Hof.“ Jetzt durften wir Hand in Hand in die Klasse mit den Bänken aus den 50iger Jahren gehen, mit denen Anne und auch Helga so ihre Schwierigkeit hatten. „Hände auf den Tisch! Sind die Nägel sauber! Hat jeder ein sauberes Taschentuch? Geschwätzt wird nicht! Und wie zeigt man richtig auf? Könnt Ihr nicht in ganzen Sätzen sprechen? Herta, was willst Du sagen?“ „Fräulein Schneider, ich muss mal austreten.“ Gelächter, dumme Bemerkung von Robert, ein strenger Blick von vorne und Robertchen muss „in die Ecke“, Ingrid auf die Strafbank.

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Herta darf auf’s Klo und der Unterricht geht weiter. Alle kommen mal dran. Auch der Rohrstock kommt mal zum Einsatz. Inzwischen hat auch der Letzte gelernt sittsam aufzuzeigen, bei jeder Antwort aufzustehen und in ganzen Sätzen zu sprechen. Ihr Kleinen schreibt jetzt mal drei Reihen i auf Eure Tafel, die Grossen schreiben in ihr Heft einen Aufsatz „Mein Fahrrad“ (und das in altdeutscher Schrift!?). Ich schaffte gerade mal die Überschrift und den ersten Satz: „Mein Fahrrad ist alt!“ Robertchen durfte aus der Ecke und zum Rechnen nach vorne kommen. Er überstand Fräulein Schneiders Attacken meisterllich – aber Fleißkärtchen gab’s nicht. Nach Unterrichtsschluss gab es noch einen alten Schul-Film und dann wurde es höchste Zeit, gut gelaunt den Rückweg anzutreten. Reinholds Kommentar: „Toll, wie die uns in der kurzen Zeit diszipliniert hat, was?“ Waren es 68 oder 70 km an diesem Tag? Jedenfalls kamen wir gerade noch rechtzeitig zum leckeren Abendessen.

Der „harte Kern“ brachte es am Sonntag noch einmal auf 50 km. Es gäbe noch viel zu berichten: Wann und wo der Bus mitsamt seiner „Ladung“ in den Graben gerutscht ist, wann und wo Sigrid mit ihrem neuen Super-Fahrrad plattgefahren hat, was in der Käserei los bzw. nicht los war und wo es die Auswahl von 17 leckeren selbstgebackenen Kuchen gab usw., usw., aber... „me kann och alles üverdrive“!

Ich glaube, unser aller Lob gilt Engelbert, der – nachdem er einmal den Einstieg in die jeweilige Route gefunden hatte – souverän durch die sich verdammt ähnelnden Landschaften führte. Danke Helga, danke Reinhold, mit dieser Radtour habt Ihr mal wieder „ins Schwarze getroffen“!

Hanny

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