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Der Törn „Rund um Sizilien“ – Zweiter Teil

03. - 10. Juni 2006

Malta empfängt uns mit seiner Mischung aus üppig mediterraner Natur, faszinierenden Zeugnissen aus 3.000 Jahren Kulturgeschichte und der knallharten Geschäftigkeit eines neuen EU–Mitglieds.

In der vorgelagerten Insel Gozo genießen wir eine tadellose Marina in zauberhafter Lage, bestaunen die aus gewaltigen Felsblöcken erbauten Steinzeittempel und müssen uns vom einzigen Supermarkt des Hafenortes beim Tausch von EURO in Maltesische Pfund abzocken lassen.

Die Hauptinsel öffnet sich zum Meer mit einer tiefeingeschnittenen Bucht. Zu dieser Jahreszeit ist sie mit tausenden Booten gefüllt, aber es gelingt es uns doch einen guten Liegeplatz zu erwischen. „La Valetta“ – unter britischer Herrschaft zu einer Seefestung ausgebaut und heute pulsierende Metropole – erhebt sich auf einem Felsrücken, flankiert von den lebhaften Handels- und Kriegshäfen, auf die wir bei unserer Runde immer wieder faszinierte Blicke werfen, bis wir schließlich unseren Hafen – eine vorzügliche Trattoria mit einheimischen Spezialitäten zu moderaten Preisen – finden.

Nach 3 Liegetagen und Crewwechsel setzen wir Segel mit Kurs auf die SO Spitze von Sizilien. Erneut haben wir unglaubliches Glück: Eine frische Brise aus NW trägt uns mit einem Schnitt von 8 Knoten gerade noch rechtzeitig in eine schützende Bucht, wo wir – zwischen den plumpem Kähnen der Schwert- und Thunfischer fast erdrückt – eine stürmische Nacht durchwachen.

Für alle Mühen und nautischen Abenteuer entlohnt uns dann Syrakus, die antike Weltstadt. Dort wechseln wir das Boot (unsere Bavaria 41 hatte unter den Strapazen der beiden langen Überfahrten doch merklich gelitten) und durchstreifen die Altstadt, die so malerisch auf einer ins Meer hinausragenden Landzunge thront. Bei „Mama Pera“ genießen wir die mit Anleihen an Griechenland und die Levante verfeinerte Landesküche. Ein Höhepunkt ist freilich die Aufführung der „Trojanerinnen“ nach Euripides im Halbrund des „Teatro Greco“, mit der wir für einige Stunden eintauchen in eine antike Welt, die in dieser berauschenden Stadt noch so lebendig ist.

Die Ostküste hinauf laufen wir in den „Hafen des Ätna“. Für uns segelnden Entdecker der Langsamkeit ist es eine Ehrensache am nächsten Tag mit der Bimmelbahn „Circumetnea“ rund um den gewaltigen Vulkan zu zuckeln. In stetigem Anstieg durchfahren wir die subtropischen Obstplantagen oberhalb Riposto und die blühenden Ginsterfelder der höheren Lagen. Nahe dem mit 760 Metern ü.d.M. höchsten Punkt der Strecke winden sich die Gleise sogar durch gewaltige Lavazungen. Nur zaghaft sprossen dort einige Blumen und Sträucher aus dem rissigen Basaltgestein und erinnern uns, dass der Vulkan erst 2002 wieder seine ungebrochene Kraft grollend und spuckend unter Beweis gestellt hatte. Geradezu trotzig wirkt da ein kleines Städtchen wie Randazzo, dessen mittelalterliche Bauten aus wuchtigen Quadern doch so manche stilistische Finesse und kulinarische Überraschung bereithalten.

Nach dem Landausflug, der uns auch noch in das lebhafte Catania, den charmanten Kurort Arcireale und den touristischen Geheimtip Taormina geführt hat, sind wir wieder froh die im Wind geneigten Planken unter uns und nichts als eine schillernde Wasserfläche um uns zu haben. Der küstennahe Törn bringt uns hinauf nach Messina, wo nicht nur die nächste Crew, sondern auch die tückischen Strudel von Scylla und Charybdis das Boot erwarten.

Notizen von Alfred Horn

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