35 Jahre Skiclub Troisdorf-Sieglar – 1973–2008
TrainingSkiTennisRadSegeln
XML/RSS

 

Kurze Eindrücke unseres Segeltörns von Messina nach Trapani

10. - 17. Juni 2006

1. Tag, Samstagabend, Messina

Startpunkt, besser Starthafen war Messina. Gegen 19.00 Uhr war die neue Crew vollzählig: Paul – unser Skipper, Henny und Klaus, Maria, Alfred (der seinen Törn bis Dienstag verlängerte) und ich.

Teilweise kannten wir uns nicht, dies war dennoch kein Problem: wir lernten uns schnell kennen und merkten, dass die Crewzusammensetzung top ist.

Der erste Abend wurde mit einem stilvollen Abendessen in einem Restaurant, das Alfred erkundet hatte, begangen.

Die erste Nacht auf dem Boot war bewegter als gedacht, da die großen Fährschiffe mit ziemlichem Speed – und damit großen Schwall verursachend – in den Hafen kamen. Trotz allem haben wir alle gut geschlafen!

2. Tag, Sonntag, Messina - Stromboli

Morgens ging es los: Tolles Wetter, guter Wind, volle Segel also ab nach Stromboli! Während der Tour hatten wir hervorragende Verpflegung, meist von Klaus zubereitet, einfach klasse!

Vor Stromboli wurde geankert. Paul und Maria gingen vom Boot aus ins Wasser zum Schwimmen. Sie wollten uns andere ins Wasser locken und meinten es sei „herrlich“, wir gönnten Ihnen den Spaß auch alleine.

Später wurde das Dingi (Beiboot) klar gemacht, denn wir brauchten Proviant. Tatsächlich war in diesem kleinen Ort, San Vincenco, am Sonntagnachmittag ein Krämerladen geöffnet. Maria und Alfred kauften ein – Unmengen wie mir schien! Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, welche Mengen wir verdrücken würden.

Der Vulkan war ruhig, im Gegensatz zum Meer. Der Wind hatte stark zugenommen, so dass wir befürchteten, der Anker könne nicht halten. Dies war Gott sei Dank nicht der Fall. Er hielt bombenfest. Weil wir dies aber vorher nicht wissen konnten, hatten wir vorsichtshalber Nachtwachen eingeteilt. Dies hätte die neben uns ankernde italienische Crew besser auch getan, denn kurz nach drei Uhr nachts hielt deren Anker nicht mehr und ihr Boot trieb ab. Am nächsten Morgen werden Sie überrascht gewesen sein, wo die Insel Stromboli geblieben ist ...

3. Tag, Montag, Stromboli - Lipari

Auf nach Lipari. Wieder hatten wir prima Wind, es versprach ein klasse Segeltag zu werden. Klaus und Alfred verwöhnten uns den Tag über mit allerlei Leckerem aus der Kombüse. Wir kamen uns vor wie in einem Luxushotel mit zwei Sterneköchen.

Abends ging es in den Ort zum Essen, anschließend auf eine Piazza um dort das Spiel Italien gegen Ghana anzusehen. Italien hat natürlich gewonnen (2:0)! Wir genossen eine großartige Stimmung auf dem Platz am alten Hafen von Lipari.

Unser Liegeplatz war gut, so hatten wir nach einem schönen Segeltag eine ruhige Nacht.

4. Tag, Dienstag, Lipari - Alicudi

Heute Morgen verließ uns Alfred, da er seinen Flug zurück nach Deutschland nicht verlegen konnte – schade.

Wir legten Kurs zur Insel Alicudi, wieder bei guten Segelbedingungen. Jeder von uns war mal Steuermann/-frau so, dass die Anderen faulenzen, dösen oder lesen konnten. Unterwegs wurden wir zehn Minuten lang von einer Delfinschule begleitet. Für uns war es wunderschön zu beobachten wie elegant, kraftvoll und schnell die Delfine vor unserem Bug herschwammen. Sie waren zum greifen nah, unglaublich und einfach traumhaft.

Alicudi ist so klein, dass es keinen Hafen besitzt, nur einen riesigen Ponton an dem die Fischer- und Fährboote festmachen. Wir ergatterten einen Platz, den wir aber morgens um 6:00 Uhr freigeben mussten um das dann ankommende Fährschiff nicht zu behindern.

Auf der Insel selbst lag das Dorf Alicudi unglaublich malerisch an den Berg geschmiegt. Der richtige Ort um die Seele baumeln zu lassen. An diesem Abend haben Maria und ich einen der schönsten Mondaufgänge unseres Lebens gesehen. Die anderen Crewmitglieder waren an Land um die Fußball-WM im Fernsehen zu verfolgen.

5. Tag, Mittwoch, Alicudi – Cefalu,

Maria’s Geburtstag (14. Juni). Natürlich hatten wir einen kleinen Geburtstagstisch vorbereitet und Klaus dazu ein tolles Frühstück.

Bedingt durch die Flaute ging es unter Motor und mit automatischer Steuerung nach Cefalu. Hier kamen wir entspannt an. Nach kurzem Frischmachen ging es in ein schönes Restaurant mit Terrasse über dem Meer – bei Flut jedenfalls. Anschließend gab es wieder ein WM-Spiel: Deutschland gegen Polen (1:0). Das Spiel interessierte die Italiener weniger, daher war die Stimmung verhalten.

6. Tag, Donnerstag, Cefalu - Palermo

Morgens stand ein großer Schlag nach Palermo vor uns, deshalb liefen wir zeitig aus. Es war kaum Wind, also starteten wir wieder die Maschine und schalteten den Autopiloten ein. Trotz des Motorengeräusches wurde es ein schöner Tag auf dem Wasser, nicht zuletzt weil uns wieder Delfine für kurze Zeit begleiteten.

Im Golf von Palermo bekamen unsere „Wasserratten“, Maria und Paul, Lust aufs Schwimmen. Wir stoppten und legten Achterleine mit Fender bestückt raus als Ruhebojen. Obwohl kein Wind ging, war die Strömung doch so stark, dass unser Boot mit der restlichen Crew den beiden Schwimmern davonglitt. Für kurze Zeit paddelten beide in der unendlichen Weite des Meeres ... Wir ließen die Maschine wieder an und holten sie mit einem Wendemanöver auf die sicheren Planken des Schiffes zurück. Beide waren dafür durchaus dankbar :-).

7. Tag, Freitag, Palermo - Trapani

Unsere letzte Etappe. Zu unserem Endpunkt Trapani ging es ebenfalls wieder mit Motor und Autosteuerung. Leider begleiteten uns heute keine Delfine, dennoch konnten wir in der Ferne einige sehen.

Wir hatten einen schönen entspannten Tag auf See. Die Verpflegung war wieder einmal phantastisch – eigentlich war der ganze Törn eine kleine Schlemmerreise. In Trapani haben wir – nach einigem hin und her – doch noch einen vernünftigen Liegeplatz bekommen und das Schiff zur Übergabe am nächsten Morgen klar gemacht. Danach gingen wir wieder – wie üblich – herrlich essen und wir hatten einen schönen letzten Abend an Bord.

8. Tag, Samstag, Trapani – Palermo - Köln

Das bestellte Großraumtaxi war superpünktlich am Hafen um uns zum Bahnhof von Trapani zu bringen. Von dort wollten wir mit dem Zug zum Flughafen nach Palermo. Auf der Fahrt zum Bahnhof änderten wir unsere Planung und entschlossen uns mit dem Taxi direkt zum Flughafen nach Palermo zu fahren.

Noch in Trapani, bedeutete uns der Taxifahrer, er müsse noch kurz etwas erledigen bevor er uns zum Flughafen brächte. Seine Erledigung war für uns typisch italienisch: Er ging in ein Cafe und trank erst einmal – auf die Schnelle – einen Espresso, dann konnte es losgehen.

Am Flughafen konnten wir so früh (11:00 Uhr) noch nicht einchecken, da wir den Nachtflug gebucht hatten. Das war Pech für uns; so mussten wir mit Gepäck und der Bahn nach Palermo um dies dort am Bahnhof zu deponieren. Unbeschwert ging es dann auf in den Botanischen Garten, wo wir unglaublich saftige Pampelmusen aßen. Von dort ging es in die Altstadt, die wir am Vorvorabend bereits „erforscht“ hatten. Zu unserer Freude fanden wir die alte, urige Kneipe vom letzten Besuch wieder und genossen ein paar letzte Schlückchen Marsala. Die Kneipe hatte eine klasse Atmosphäre. Es war für uns ein schöner Abschluss eines prima Segeltörns mit einer netten und gut harmonierenden Crew.

Der nächtliche Rückflug Palermo - Köln verlief ruhig.

Eberhard Dahl

Seitenanfang ▲