35 Jahre Skiclub Troisdorf-Sieglar – 1973–2008
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Mein erster Segeltörn rund um Sizilien, Gozo und Malta

Vom 2. bis zum 16.September 2006

Man hat mich überredet und ich habe es gewagt. Zwei Wochen auf einem Segelschiff. Es ist doch sehr eng zu zweit in der Kajüte. Aber ich möchte es nicht missen. Wasser, wenig Wind, viel Wind, Sonne, Regen, Gewitter, die Häfen, die alten Städte mit ihren prächtigen Gebäuden und Kirchen einerseits aber auch die verkommenen Gassen mit einer Mischung aus urigen Kneipen, Geschäften, Gemüseständen und Straßenkunst. Um die nähere Umgebung zu erkunden, fährt uns Dieter im Jeep sowohl im Rechtsverkehr auf Sizilien als auch im Linksverkehr auf Gozo und Malta sicher zu den Sehenswürdigkeiten des Landes. Paul darf vorne sitzen, dafür hat er dauernd den Kopf in der Karte: nächste rechts, dann links, Achtung Kreisel, etc! Das war die Kurzfassung, und nun etwas detaillierter:

Am 31. August starten wir mit HLX (kost’ fast nix!, denkste) nach Palermo auf Sizilien, das Hotel liegt sehr zentral. Unsere Crew hat also 1½ Tage Zeit, die Stadt zu erkunden. (Beatrice, Dieter, Peter, Marlis, Herwig und Skipper Paul). Palermo ist voller ehrwürdiger Kirchen, Festungen, Kathedralen, Museen, Theater und wunderschöner großer Plätze. Am Freitag besichtigen wir das Kloster und den Dom von Monreal (1172). Palermo allein ist schon einen Urlaub wert, aber wir wollen ja segeln. Nach der ausgiebigen Stadtbesichtigung führt uns Paul in ein gemütliches Restaurant mit Innenhof. Den Abend lassen wir dann in einem der vielen quirligen Straßenrestaurants in der Altstadt ausklingen, wo dann auch Peter zu uns stößt, er ging einfach dem größten Lärm nach.

Am Samstag (02.09.) um 9:30 sollen wir unser Schiff „Steffy 3“ übernehmen, daraus wird jedoch nichts, und wir müssen auf „Giuffredo“ ausweichen. - Großeinkauf, Einweisung bis 15:30. Jetzt noch auslaufen? Nein, also bleiben wir im Hafen. Besuch des Botanischen Gartens – Abendessen in einem Straßenrestaurant und zum Absacker geht es wieder in Pauls Marsalla-Kneipe!

Bild 1

Sonntag 03.09. 7:45,, Leinen los – Ziel Trapani, links herum um die Insel (60 sm). Um 11 Uhr gibt es den obligatorischen Campari und kurz nach Mittag die schmackhaft zubereiteten Tapas. Abends spazieren wir durch den malerischen Ort mit seiner schönen Fußgängerzone.

Montag 04.09. 8:15, Leinen los, tanken – Ziel Sciacca (62 sm). Auch Motorboot fahren kann schön sein, zu wenig Wind. Sciacca, eine Hafenstadt mit vielen Treppen, auf der Promenade über dem Ort große ausladende Bäume, ein herrlicher Ausblick auf den Hafen und das Meer.

Dienstag 05.09. 8:50, Leinen los – Ziel Licata (56 sm). Ein weiterer schöner Touristenort am Meer.

Mittwoch 06.09. 3:00, Leinen los – langer Törn nach Gozo, einer kleinen Nachbarinsel von Malta zum Yachthafen Mgarr (84 sm). Sonnenaufgang auf hoher See, Delfine, rundum kein Land in Sicht, doch da im Dunst – Gozo! Um 14:00 meldet uns Paul bei „Valetta Port Controll“ an, wir dürfen einlaufen! Unterwegs, kurz vor Gozo, machen wir in der „blauen Lagune“ der Insel Comino an einer Tonne fest und schwimmen im warmen klaren Meerwasser - herrlich! 17:30 endlich im Hafen, ein langer, aber schöner Tag. Rundgang in Mgarr.

Donnerstag 07.09. Nix Leinen los – Ruhetag auf Gozo! Mit dem Jeep fahren wir über staubige Sträßchen in eine kleine malerische Badebucht. Auf dem Rückweg besichtigen wir die geschmückte Stadt Victoria mit ihrer gigantischen Festungsanlage und einer beeindruckenden Kathedrale. Auf dem großen Platz erleben wir den Jahrestag der Befreiung von den Türken (15.Jh.), überall Feuerwerk!

Freitag 08.09. 9:00, weiter nach Valetta auf Malta, Hafen Msida (18 sm). Am Nachmittag: Stadtrundgang und Abendessen in der Stadt. Gut gestärkt flanieren wir dann auf der neuen Promenade bis nach Portomaso, man muß auch mal gesehen haben, wo die Reichen Urlaub machen. Nach Mitternacht wieder an Bord. Um 3:30 verlässt Peter das Schiff zur Schnellfähre nach Catania.

Samstag 09.09. Ruhetag auf Malta! Nach dem Einkauf, große Inselrundfahrt mit dem Jeep. Wir besichtigen die Städte Mosta (großer Kuppeldom), Rabat (alte Festung), die blauen Grotten im Süden (Bootsfahrt) und Marsaxlokk mit den bunten Fischerbooten. Ein Kleinod im Mittelmeer. Endlich um 21 Uhr finden wir ein schönes Restaurant unter großen Bäumen - Pizza natürlich. Nach Mitternacht trifft unser neues Crew-Mitglied Hans-Otto Freyer im Yachthafen ein. Er fügt sich gut in unserer Crew ein.

Sonntag 10.09. 8:30, wir verlassen Valetta auf Malta und nehmen Kurs auf Portopalo, einem reinen Fischereihafen an der Südspitze von Sizilien (68 sm). Sehr erlebnisreich! Um 19 Uhr längs am Kay angelegt – kurz vor Mitternacht kommt das Fischerboot zurück auf dessen Platz wir liegen – also ablegen und im Pack an einem anderen Boot festmachen – morgens um 5 Uhr will doch auch dieser Fischer auslaufen – wieder ablegen und wieder am Kay anlegen - aber dafür haben wir die Hafengebühr gespart. Beim erneuten Ablegen wäre doch Herwig bald ins Wasser gefallen – gerettet!

Montag 11.09. 9:30, Leinen los, wir setzen unsere Sizilienrundfahrt fort. Halb ausgeschlafen verlassen wir Portopalo: Ziel Syrakus (38 sm). Um 17:30 legen wir an. Besichtigung der Altstadt, Abendessen in einer Trattoria.

Dienstag 12.09. Ruhetag in Syrakus. Starkes Gewitter, die Straßen sind überflutet. Nachmittags fahren wir mit dem Bus zu den Katakomben (Besichtigung mit Führung), der modernen Spitzkirche, zum Amphitheater und dem Ohr des Dionysos. Abends geht es noch in die Altstadt mit ihren monumentalen Gebäuden und rechtwinklig angelegten Straßen. Vom Laufen müde, lassen wir uns unter Bäumen in einer Pizzeria nieder. Als Absacker gibt es im Hafen-Caffee noch einen Cappuccino.

Mittwoch 13.09. 8:15, Leinen los, Kurs auf Riposto, Porto del Etna, (51 sm).

Donnerstag 14.09. – Ruhetag in Riposto! Mit einem 8-Sitzer Fiat erkunden wir den Etna, einen 3323 m hohen noch aktiven Vulkan. Wir fahren durch ausgedehnte Lavafelder bis zur Sesselbahn. Hier kann man sogar im Winter Ski laufen! Doch ganz nach oben wollen wir nicht, so begnügen wir uns mit einem Rundgang auf dem erloschenen Nebenkrater Sylvester. Nachmittags geht es in die reizvolle Touristenstadt Taormina - hoch oben am Berg - mit ihren vielen kleinen Gässchen und schönen Geschäften. Zum Abschluss besichtigen wir das griechische Amphitheater. Nun wird es Zeit, den Heimweg anzutreten, denn am Abend steht das Captain’s-Dinner an, ein 6-Gänge-Menue, das unseren beiden Köchinnen Beatrice und Marlis hervorragend gelungen ist. Zum Abschied belohnt uns der Etna mit einem Feuer speienden Mini-Ausbruch und glühendem Lavastrom. Mit diesem schönen Schauspiel und noch einem Absacker auf Deck geht auch dieser erlebnisreiche Tag zu Ende.

Bild 2

Freitag 14.09. 9:45, Leinen los, Kurs auf Messina – Marina del Nettuno – (37 sm).

Auf See: Gewitter, Platzregen, stürmisch. Das Schiff ist schwer auf Kurs zu halten. Wir laufen in Messina ein, der Yachthafen ist - trotz Anmeldung - voll belegt. So machen wir im Stadthafen an der sechs Meter hohen Kaimauer fest, mit Treppe, aber - kein Wasser, kein Strom. Doch die obligatorische Stadtbesichtigung mit ihrem mediterranen Marktplatz, dem Dom und den verwinkelten Gässchen hat uns wieder versöhnt. Zum Abendessen landen wir nach langem Suchen - ganz unverhofft - in einem urigen Straßenrestaurant. Bei der Zusammenstellung unseres Abschieds-Essens hilft uns eine italienische Düsseldorferin. Ein schöner Abend – bis dahin. Morgens um fünf Uhr: „El Capitano, pronto, pronto“. Wir lagen zu dicht an der Anlegestelle eines riesigen Kreuzfahrer-Schiffes. Also hastig Leinen los und verlegen. Aber wir hatten ja schon vorher im Fischerei-Hafen geübt.

Samstag 15.09. Ruhetag in Messina, aber nicht für uns. Endlich können wir das Schiff in den Yachthafen verlegen. Nach dem Einkauf für die neue Crew und „klar Schiff“ verabschiedet uns Skipper Paul um 16 Uhr, und wir verlassen das uns „lieb und teuer“ gewordene Schiff. Busfahrt nach Catania – wir landen kurz nach Mitternacht - zwar mit Verspätung – aber trotzdem in Köln.

Bilanz: 464 sm, davon 73 sm unter Segel.

Ein erlebnisreicher Segeltörn geht zu Ende. Viel gesehen, viel erlebt – seglerisch und kulturell!

(Marlis und Herwig Kandel)

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