35 Jahre Skiclub Troisdorf-Sieglar – 1973–2008
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Radtour Mühle zu Blankenberg

Sonntag, 19. August, ein wichtiger Termin für alle Rad fahrenden Skiclubmitglieder, ein Termin der wahrgenommen werden sollte, sind doch die Routen von Helga Schmitz, Leiterin der Radabteilung, erkundet und für gut befunden worden, bevor sie diese den Rad fahrenden Laien zumutet.

Der Tag beginnt, wie jeder Sommertag in diesem Jahr begonnen hat, mit einem großen Fragezeichen. Regnet es, bleibt es so kalt oder wird es ein warmer Tag, sind das da oben Gewitterwolken, ziehen die vorüber ohne sich zu entladen und was ziehe ich bei diesem Wetter an? Lange oder kurze Hose, warmer Pulli oder T-Shirt, feste Schuhe oder Socken mit Sandalen? Als der Schreiber am Treffpunkt Clubhaus eintraf, konnte er feststellen, dass alle Kleidungskombinationen vertreten waren. Die Pessimisten, die regensicher gekleidet waren, hatten wohl die richtige Wahl getroffen, denn wenige, aber dicke Regentropfen fielen aus dunklen Wolken. Dieser Sommer hat uns alle gehärtet, waren doch mehr Radler eingetroffen, als man bei dieser Wetteraussicht erwarten konnte.

Kurz vor 11:00 Uhr gab Helga das Zeichen zum Aufbruch - Radler tretet in die Pedalen marsch.

Über verkehrsarme Nebenstraßen führte uns Helga zur Siegaue, über die Mendener Brücke, weiter die Sieg entlang Richtung Siegburg. In Buisdorf stoppt Helga die Gruppe, bittet um Gehör, um uns den Tagesablauf mitzuteilen. Das Reiseziel ist ein Gasthof unterhalb der Stadt Blankenberg an der Siegtalstraße gelegen, den wir zur Mittagszeit erreichen sollten. Hier hat das Organisationsteam eine längere Mittagspause eingeplant und für alle Plätze reservieren lassen. Helga teilte den Reisenden mit, dass jeder sein Essen selber zu zahlen habe, die Getränke aber vom Verein gespendet werden, und das am Abend eine kostenlose Bewirtung im Clubhaus den Tag beschließen sollte. Als der Himmel diese Aussichten vernahm öffnete er sich, die Sonne kam zum Vorschein, die Kleidung der Radler wurde schnell auf höhere Temperaturen umgestellt. Im wilden Durcheinander ging es auf dem doch sehr schmalen Rad- und Wanderweg Richtung Hennef weiter. Radler, Fußgänder, Hunde, Skater, Kinder und Läufer, die uns entgegen kamen, mussten zum Überleben anhalten, auf Seite springen oder mit uns fahren. Wir selbst kennen zum Glück diese Situation, wenn uns als Einzelfahrer solch eine Horde begegnet. Da hilft kein Fluchen und Schimpfen, durchatmen und abwarten bis die Gruppe vorbei ist. Es ist ja keine böse Absicht, aber in der Gruppe fährt man etwas rücksichtsloser, fährt nebeneinander, da man miteinander plaudert, quatscht, dabei keinen Gegenverkehr wahrnimmt, sich auf die Vorderleute verlässt, dass diese schon alles überrollt haben.

Das Wetter wurde immer besser, die Stimmung locker und fröhlich, jeder unterhielt sich mit jedem, dabei radelte man ohne Zeitgefühl und Anstrengung vorbei an Hennef weiter auf der anderen Siegseite Richtung Eitorf bis zur Ortschaft Stein. Ein größerer, gepflegter, alter Landwirtschaftsbetrieb, an einem kleinen Bach gelegen, von einer dichten Bewaldung umgeben, tat sich vor uns auf. Mehrere schöne Bruchsteingebäude ließen den frühren Verwendungszweck erkennen. Die große Scheune hatte man in einen liebevoll gestalteten Verkaufsraum für Wohnaccessoires umgebaut und wie schön für uns, das Geschäft war geöffnet. Dies nutzten vor allem die Mädels, doch welch ein Ärger, waren doch die Einkaufsmöglichkeiten durch Transportbeschränkungen sehr bescheiden. Der Weg führte an der Scheune vorbei in einen gemütlichen Innenhof, ausgelegt mit Kopfsteinpflaster, eingerichtet mit Baumscheibentischen, deftigen Sitzmöbeln, einem Außengrill, einem kleinen aber feinen und gepflegten Toilettenhäuschen und dem eigentlichem Wirtshaus „Mühle zu Blankenberg“.

Bild 1

Das Wetter ließ es zu, dass wir an zwei großen Tischen im Innenhof Platz nehmen konnten. Erst einmal Erfrischungsgetränke der vielseitigsten Art bestellen um den ersten Durst zu löschen, um dann zu feineren, edleren, zum Essen passenden Getränken überzugehen. Der Service war schnell, die Speisekarte interessant, wenn auch jetzt schon, am frühen Mittag Röstis Mangelware, ja nicht mehr zu ordern waren. Doch ließ die Karte ein Ausweichen auf andere Speisekombinationen zu. Unterhaltend, lustig und fröhlich ging es an den Tischen zu. Das Essen wurde serviert und machte einen guten optischen Eindruck und schmeckte auch so.

Bild 2

Doch hier, bei der Reihenfolge des Auftischens, bekam der Schreiber Bluthochdruck, wurde er doch wieder einmal in seiner Meinung bestätigt, dass der Vorstandstisch bevorzugt bedient und umworben wird, wurden doch einige Speisen, die der gemeine Fußvolktisch bestellt hatte, zuerst am Vorstandstisch serviert. Aber Schwamm drüber. Nach dem Essen haben einige einen Einkaufsbummel in der Scheune unternommen, andere das Gasthaus besichtigt - lohnte sich, viele die Toiletten aufgesucht, andere noch einen Kaffee genossen, Essen bezahlt, Getränke waren ja frei. Dem Schreiber ist angenehm aufgefallen, dass diese Einladung wohl keiner über Gebühr ausgenutzt hat. Wir bedanken uns für diese großzügige, nette Einladung trotz knapper Vereinskasse. Es war schwer sich jetzt wieder aufs Rad zu schwingen. Doch der Lockruf in Hennef ein sehr gutes Eiscafe anzufahren, um dort ein Eis zu ordern, beflügelte den Start der Gruppe.

Bild 3

Wir fuhren den Rad- und Fußweg an der Sieg entlang nach Hennef Innenstadt zum Eiscafe. Hier musste sich unser Vorsitzende verabschieden, um im größten Gang, der größten Übersetzung, zum Clubhaus zu radeln. Den Grund dieser Eile haben wir später im Clubhaus erfahren und gesehen. Nach der erfrischenden Eisschleckerpause zog sich die Radlergruppe in weiten Abständen fahrend in die Länge, als plötzlich ein männlicher Radfahrer, wir wollen keine Namen nennen, von hinten kommend in zügiger Fahrt die Gruppe aufrollte. War es die sportliche Körperhaltung, der sausende Fahrtwind, der die Augen tränen ließ oder waren es zur Mittagszeit eingenommene geistige Getränke, die ihn die entgegenkommenden Radfahrer nicht zur Kenntnis nehmen ließ und er diese zu einem atemberaubenden Ausweichmanöver zwang, um sich dann selbst unverletzt im Acker wieder zu finden.

Als die Gruppe die Mendener Brücke erreichte, um über ihr ans andere Ufer der Sieg zu fahren, brach ein undiszipliniertes Durcheinander aus. Die einen fuhren unter der Brücke um dann festzustellen, dass sie auf der falschen Straßenseite waren, wieder andere fuhren gegen die Fahrtrichtung über die Brücke, wieder andere benutzen die Straße und nicht den Radweg, nur einige wenige überquerten den Fluss vorbildlich. Kurz vorm Ziel verfinsterte sich der Himmel, dunkle, nein schwarze Wolken zogen auf, die Gespräche wurden weniger, die Fahrt schneller, dadurch löste sich die Gruppe auf, einige kamen etwas später zum Endziel „Clubhaus“. Puh, alle haben das Ziel trocken erreicht. Durchatmen.

Kaum hatte die Fraktion ihre Räder abgestellt, da öffnete der Himmel seine Schleusen und es schüttete wie aus Eimern. Das konnte den Radlern nichts mehr anhaben, sahen sie doch das aufgebaute Buffet, freuten sie sich auf ein frisch gezapftes Bier. Ach ja, den Radlern machte der Regen nichts aus, doch standen da vier weiß gekleidete Herren im und vor dem Clubhaus herum, schauten alle paar Minuten zum Himmel, man konnte auch vermuten das sie beteten. Einer dieser Herren war unser Vorsitzender Banischewski. Ein Termin zum Tennis - Herren Doppel der Clubmeisterschaften -, war der Grund seines Frühstarts in Hennef. Zur Information, das Spiel hat noch am selben Abend stattgefunden. Die Radlergruppe versammelte sich am großen Tisch im Wintergarten, um mit Kaffee, Kuchen, Bier, Wein, Frikadellen, Salaten oder Brötchen, das alles kostenlos zur Verfügung stand, dem ausgemergelten Körper zur neuer Kraft zu verhelfen.

Ein schöner, geselliger Tag geht zu Ende.

All denen, die diesen Tag gestaltet haben, die gebacken und gekocht haben, die organisiert und gespendet haben, gilt unser Dankeschön.

Schreiber:

Bild 4 - Schreiber

Detlef Slangen

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