Radtour Niederrhein
01. bis 04. Mai 2008
Wohl dem, der ein NAVI hat und dann auch noch das Glück, dass die Verbindung zum „Himmlischen Vater“, nein, zum Satelliten nicht plötzlich „tschüss“ sagt, denn dann kommt er pünktlich im „Hotel zur Linde“ in Moers-Repelen an. Glück hatte auch, wer nicht „in den Mai“ getanzt und keinen Kater hatte und so pünktlich „zu Nacht schlafender Zeit“, nämlich 10 Uhr 30 (MEZ 9 Uhr 30) Gewehr – nein Fahrrad bei Fuß – parat stand.
Auf ging’s Richtung Rhein und mit der Autofähre hinüber nach Wasum ins Industriegebiet. Rechts Kühltürme, links Kühltürme, rechts ThyssenKrupp, links ThyssenKrupp usw. Hochinteressant und lehrreich. Trotzdem ist so ein Mittags-Biergarten in der Sonne das erhoffte Ziel. Im „Haus Rheinblick“ in Duisburg-Baerl konnten wir Dank Helgas und Reinholds Reservierung eine erholsame Mittagspause in der Sonne einlegen. Den anschließenden kurzen aber heftigen Regenguss mit schwerem Sturm warteten wir unter der Autobahnbrücke ab und fuhren dann – wieder bei Sonnenschein – durch schöne Bergbau-Siedlungen vorbei an vielen kleinen Seen und durch super schöne Freizeitparks. Geplant war zwar ein weiterer Stopp im „Euro-Hotel“, das aber von „Hunderttausend“ Fahrrädern und zig fußkranken Autofahrern blockiert war (Vatertag!). Also ging’s zurück zum wohlverdienten Bierchen ins Hotel.
Der Freitag überraschte uns dann mit einer ganz anderen Landschaft. Wiesen und Wälder im Wechsel: links Kühe, rechts Kühe, links Pferde, Ziegen, Schafe, Hühner, Hähne und Fasane, rechts Fasane, Hähne, Hühner, Schafe, Ziegen und Pferde – und was ich sonst noch alles an Getier vergessen habe. Ziel zum Mittag: die Diebels Brauerei in Issum. Man sollte sie gesehen haben. Gutes Bier können sie brauen, gutes Essen zu kochen müssen sie noch lernen, denn Bratkartoffeln aus der Tüte sind nicht mehr in!
Bei herrlichem Sonnenschein traten wir wieder in die Pedale, aber auf halbem Weg holte uns eine riesige häßlich schwarze Wolke ein, um über uns ihren nassen Inhalt zu entleeren. Zum Glück standen wir gerade jetzt vor einem herrlich alten Landhaus-Café, dem „Baerlaghof“, mitten im Grünen. Bei leckeren selbstgebackenen Kuchen und Torten, bei Kaffee und Cappuccino verging die Zeit wie im Fluge, und eigentlich waren alle ein wenig traurig, dieses idyllische Fleckchen wieder zu verlassen. Weiter begleitete uns eine super schöne Landschaft auf dem Weg an die Theke im Hotel.
Der Samstag begann – wie angekündigt – mit traumhaftem Sonnenschein und sommerlichen 24 Grad Celsius! Diesmal war unser Ziel „Xanten“ und natürlich der „Xantener Dom“. Leider konnten wir ihn nur von außen bestaunen, denn im Dom fand gerade eine Messe statt und war für Touristen nicht zugänglich. Dafür hatten wir das Glück, außerplanmässig in „Ginderich“ die Wallfahrtskirche „St. Mariä Himmelfahrt“ zu besichtigen. Ob vom Pfarrer, Küster oder Dorfältesten, jedenfalls bekamen wir spontan eine sehr interessante Führung durch die Chronik der Kirche (dabei wollten eigentlich nur einige auf’s „Gemeinde-Klo“ nebenan).
Zur Mittagszeit durften wir uns dann im Hotel-Restaurant „Neumaier“ in Xanten echten leiblichen Genüssen hingeben. Einfach lecker waren alle Gerichte. Gekonnt ist eben gekonnt! Dann ging’s in die Alpen – nein nach Alpen – zum Eisschlemmen ins Café Scholten. Anschließend versuchte Helga zwei „Ausreißversuche“, aber es blieb bei den Versuchen, denn keiner schwächelte und so gab es auch keinen Etappensieg. Der Weg zurück ins Hotel war weiter sonnig, ländlich schön und abwechslungsreich. Der Durst wurde dann wieder im gemütlichen Hotel-Restaurant gelöscht.
Die täglichen Kilometer-Portionen zwischen 59 und 68 Kilometern waren dem Altersdurchschnitt der Hinterteile angepasst, die zum Teil vom Luxus der „Fell-Muschies“ profitierten. Die Stimmung war dementsprechend immer bombig.
Liebe Helga, lieber Reinhold, bewundernswert wie Ihr das immer wieder schafft, für uns so einmalig schöne Radtouren zu organisieren. Auch diesmal war das Hotel super, das Essen sehr gut (wenn auch nicht ganz preiswert) und Eure pfadfinderischen Begabungen (mit kleinen Hilfestellungen) unübertroffen. Und da mir jetzt keine weiteren Superlative mehr für Euch einfallen, sage ich im Namen aller ganz einfach: Danke!
Hanny Visang
PS: Nein Ihr Lieben, die zwei Berge habe ich nicht vergessen, ich habe sie ganz einfach verdrängt, denn den ersten musste ich – wie viele – zur Hälfte per Fuß erklimmen und der zweite hat mich – wie viele – an den Rand der Kondition gebracht, also alles ziemlich unrühmlich. Aber ich denke – wie alle - an insgesamt drei herrliche Tage zurück.
