Eine Januar Ski-Woche in Campitello
Pünktlich um 6.00 Uhr früh ging die Busreise von Sieglar los, 24 Mitglieder des Skiclubs Troisdorf und 7 Gäste hatten ein gemeinsames Ziel, 6 Tage Schnee in den Alpen, mit Abfahrten für jeden Skifahrertyp, von den unersättlichen Pistenfegern, die gar nicht früh genug an den Seilbahnen einsteigen konnten, bis hin zu den gemütlichen Schön-Wetter-Fahrern und mit Wanderungen in der einzigartigen Bergwelt der Dolomiten.
Unser (mondsüchtiger) Busfahrer Christian brachte uns nach fast 13 Stunden Busfahrt und Stopps sicher ans Ziel: Hotel Alpi in Campitello im Fassatal (Südtirol).
Nun folgten drei Tage Bilderbuch-Wetter, strahlend blauer Himmel, kein Wind, griffiger Schnee, moderate Temperaturen und perfekt präparierte Pisten satt.
Auch als Nichtmitglied wurde man herzlich und vorbehaltlos in die Skigruppe integriert. Ich habe eine Woche Hilfsbereitschaft und Zugehörigkeitsgefühl vermittelt bekommen, jeder nahm in unserer 6 - 8 Mann/Frau starken Gruppe auf jeden Rücksicht, wir alle waren direkt ohne viel Worte mit der Wahl unseres Alpha-Skirudelführers Sylvester einverstanden.
Unser Jupp, der Senior unter den (meistens) Senioren und Alleinunterhalter am Akkordeon war auf den Brettern so flink und wendig wie ein Jüngling, leider war er zeitweise etwas orientierungslos, vielleicht aber war dies auch nur ein Trick, um den vielen Spatzerln auf der Piste nachzufahren. Und für den absoluten Notfall hatte er noch mit hochprozentigem Lebenselixier gefüllte Skistöcke dabei, einmal kurz den Griff abgeschraubt, schon gab es wahlweise Grappa oder Ouzo!
Die Absacker im Après Ski-Keller „White Rabbit“ fielen etwas kläglich aus, anscheinend war die „In-Location“ im Jahr 2011 inzwischen auf der „Out“-Liste gelandet.
Am 17. Januar gab es von uns allen ein Geburtstagsständchen mit Akkordeon-Untermalung zum runden Ehrentag von Liesel Kamp (70 Jahre).
Nachdem wir nun drei Tage bombiges Winterwetter hatten, waren wir alle sehr verwöhnt und stöhnten um so lauter, als mittwochs dann die ersten Wolken mit Schneefall, Wind und zunehmender Kälte kamen; trotzdem hielt die Gruppe eisern durch und gönnte sich im Café Marlene zu Recht anschließend einen süßen Abschluss. Aber es ging noch kälter, wie wir am nächsten Tag feststellen mussten, dennoch war auch dann die Devise meistens: Skifahren ist schön!
Abends erwartete uns das Gala Dinner vom Hotelkoch, sehr gelungen und liebevoll angerichtet. Nach den diversen gemeinsamen Mahlzeiten kannte man die Vorlieben und „Mag ich gar nicht“ von allen am Tisch; unser Dieter z.B. opferte sich immer wieder gerne, um ungeliebte Desserts der anderen zu verspeisen, dies machte ja auch in der Küche einen viel besseren Eindruck!
Am letzten Tag wurde unter Anleitung von Paul und Sigrid Schneeschuhwandern ausprobiert, vorher etwas belächelt, waren wir nach einer Stunde fast so ausgepowert wie nach einem ganzen Skitag, wir werden dieser Wintersportvariante zukünftig mehr Respekt zollen.
Als wir am 22. Januar bei stahlblauem Himmel, aber bitterer Kälte überpünktlich zur Abfahrt parat standen, gab es keine größeren Wehwehchen zu beklagen, alle waren fit, man nahm Abschied von den faszinierenden Dolomiten und viele im Bus sind mit dieser Region so vertraut, dass sie vielleicht sogar einige Murmeltiere dort mit Namen kennen.
So eine wunderschöne Skitour ist wiederholenswert, deshalb habe ich direkt meine Mitgliedschaft beantragt!
Gilda Hermann

