Frühlingsspaziergang durch die Siegauen
Der Vorschlag von Klaus, am Sonntag, dem 10. April 2011, durch die Siegauen zu wandern, das neue Fischereimuseum zu besichtigen, gemeinsam in Bergheim in einem Restaurant zu essen und den Spaziergang bis zum Ausgangspunkt – nämlich dem Sieglarer Marktplatz – fortzusetzen, wurde von vielen Skiclubmitgliedern freudig begrüßt und befolgt.
Am Sonntagmorgen fuhren Horst und ich bei frühsommerlichen Temperaturen rechtzeitig zum Marktplatz in Sieglar. Dieser Platz gefällt mir besonders gut wegen der Größe und der vielen alten Bäume, die den Platz umsäumen. Wir konnten bei unserer Ankunft den Platz fast alleine genießen, nur eine kleine Männergruppe spielte Boule, wie wir es von Frankreich her kennen, alle ganz gelassen und entspannt. Wir stellten uns eine Zeitlang dazu, bis auch andere Skiclubmitglieder eintrafen.
Gegen 11.30 Uhr – inzwischen war unsere Gruppe auf 30 Personen angewachsen – begann die Wanderung durch die frühlingshaften Siegauen unterhalb des Siegdamms nach Bergheim. Schafe mit ihren Lämmern begegneten uns auf einer Weide. Wiesen mit Wiesenschaumkraut, Schlehen, blütenübersät, waren u.a. zu bestaunen. Die Natur explodiert. Viele Gespräche konnten geführt werden. Alle waren begeistert und fühlten sich wohl.
Bevor die Sieg in den Rhein mündet, machte uns Beatrice auf den Grenzstein mit Wappen der Fischerei-Bruderschaft am Wegrand aufmerksam. Sie erzählte uns, dass die Fischerei-Bruderschaft zu Bergheim im Mittelalter aus 14 Fischerfamilien entstand. Das Kloster Vilich verlieh ihnen die Fischereirechte für die Siegmündung und die rechte Rheinseite zwischen Beuel und Mondorf. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich eine zunftähnliche Bruderschaft und wurde zu einer Lebens-, Glaubens- und Arbeitsgemeinschaft. Auch nach dem Ende der beruflichen Fischerei Mitte des 20. Jahrhunderts besitzt die Bruderschaft nach wie vor die Fischereirechte. Heute übernimmt sie wichtige Aufgaben im Bereich Bildung, Tradition und Naturschutz in der Siegaue.
Während wir unseren Spaziergang fortsetzten, sahen wir nach einiger Zeit auf der rechten Seite oberhalb der Siegauen ein modernes rotes Gebäude, ein echter Hingucker, das neue Fischerei-Museum. Ein alter Aalschocker lag festgetäut in einem Nebenarm der Sieg unterhalb des Museums. Über viele Treppen ging es in das Museum, angeführt von Beatrice, die uns fachmännisch durch das Museum begleitete. Sie brachte uns die Geschichte der Fischerei-Bruderschaft sehr anschaulich nahe, sprach von der einzigartigen Auenlandschaft mit seiner artenreichen Tier- und Pflanzenwelt. Die Sieg zählt heute wieder zu den fischreichsten Flüssen Deutschlands. Von der Architektur und der Ausgestaltung der Räume war ich sehr beeindruckt Man konnte sich u.a. auch durch Kopfhörer, die an der Wand hingen, über die Geschichte und die Aktivitäten des Museums informieren. Es gab nicht nur präparierte Fische zu sehen, sondern auch Fische aus der Sieg in den Aquarien. Ein großer präparierter Hecht hatte es mir besonders angetan.
Nach einer Stunde verließen wir gut informiert das Museum, um uns in der Gaststätte „Weiss“ in Bergheim zu stärken. Nach dem gemeinsamen guten Essen traten wir den Rückweg zum Marktplatz in Sieglar per pedes oder mit dem Bus an. Ein wunderschöner Ausflug fand hiermit sein Ende.
Heidrun Anke Gebauer
Bilder (z.T.): Hanny Visang

